Das grosse Mausohr

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm zählt das Grosse Mausohr zu den grössten heimischen Fledermausarten. Im April beziehen die Weibchen ihre Sommerquartier, bringen dort ein Junges zur Welt und ziehen es gross. Bei Einbruch der Dämmerung jagen sie am Boden krabbelnde Insekten. Sobald die Jungen selbständig sind, löst sich die Kolonie anfangs September auf und die Mausohren wechseln in unbekannte frostgeschützte Karsthöhlen oder Felsspalten. Auf dem Weg treffen sie auf Männchen, die als Einzelgänger übersommern und im Herbst zur Paarung einladen.

Die selten gewordene Fledermausart bewohnt in Rheinfelden die Estriche der Christkatholischen Stadtkirche zu St. Martin wahrscheinlich seit Jahrhunderten.

Der NVVR betreut seit langem die Kolonie, die Ende des letzten Jahrhunderts noch rund 150 erwachsene Weibchen umfasste. In den letzten Jahren wurden leider nur noch etwa 80 - 100 Exemplare gezählt. Bei der Renovation der Kirche 1979/80 wurden, unter Anleitung der Stiftung Fledermausschutz Schweiz, neue Ein- und Ausflugsöffnungen angelegt, um den Fortbestand der Wochenstube sicherzustellen. Weitere Kolonien im Fricktal gibt es nur noch in Wegenstetten und in Zuzgen.

Fotos: Ruedi Gass u.a. (Bilder vergrösssern duch Ankllicken)

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Zählblatt Mausohren 2018
Die Zählungen (z.T auch nur Schätzungen)
erfolgen nach genauen Vorgaben des Kantons.
Zählblatt Mausohr 2018.pdf
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Mehr zu den Mausohren
Das Grosse Mausohr.pdf
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Viel Interesse an der Fledermausnacht
Mittels an die Wand der Martinkirche projiziertem Video konnte die Bevölkerung Einblick nehmen in die Wochenstube der Mausohren
2014.Fledermausnacht.pdf
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Mehrmals im Jahr, zwischen Mai und Oktober, werden von einigen NVVR-Mitgliedern die Tiere gezählt: Im Frühsommer die Mütter allein, später, in einer nächtlichen Aktion - wenn die Mütter ausgeflogen sind - die Jungtiere. Mehr zu dieser Statistik im obigen pdf.

Ende Jahr heisst es dann: Putzen. Die Tiere hinterlassen im Estrich der Martins-Kirche, wo sie im Sommer zuhause sind, ziemlich viel staubigen und intensiv riechenden Kot. Mit einem im Frühjahr ausgelegten Vlies hofft man, zukünftig den Dreck einfacher und ohne Staubmasken zusammennehmen zu können.

Bilder: M. Thüer, Therese Hotz